Band 537: Film 1 Zähler: (1 - 3860) SWR ( SWF © ) Mi, 09.05.2001 23:20 90 Min.
deutsch
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iFN: 1501
Thema: 1968
Bambule
TV-Doku-Drama
In Fürsorgeerziehung kommen ganz, ganz arme Jugendliche. Bürgerliche Familien haben kaum mit dem Jugendamt zu tun, die Familienfürsorge hat es nicht mit bürgerlichen Familien zu tun. Zu geringe Einkommen, zu viele Kinder, zu kleine Wohnungen - wo das für die ganz, ganz armen Familie zur Katastrophe wird, haben bürgerliche Familien immer noch belastbare Nachbarn, Verwandtschaft, ein Sparbuch, sind kreditwürdig; sie ersticken nicht an ihren Ratenzahlungen, wenn die Väter krank sind, brechen nicht gleich zusammen, wenn die Mütter zusammenbrechen...
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Sozialdrama, Deutschland 1970, Regie: Eberhard Itzenplitz, Buch: Ulrike Meinhof. Mit: Petra Redinger, Dagmar Biener, Christine Diersch, Helge Hennig, Barbara Schöne, Dagmar Tass, Petra Schröder, Hansi Jochmann, Antje Hagen, Marlene Riphahn, Ute Gerhard, Hilde Hessmann, Sabine Koerner, Monika Söhnel.
Aus einem Buch, das 1971 im Verlag Klaus Wagenbach (ISBN 3 8031 2238 4) erschienen ist:
"Der Eichenhof ist ein geschlossenes Heim für minderjährige, schulentlassene Mädchen in Fürsorgeerziehung. Der Eichenhof ist eine Einrichtung der Stadt Berlin. Das Heim befindet sich am äußersten Stadtrand, in Tegel. Das Gebäude ist mit einem Maschenzaun, darüber Stacheldraht eingezäunt und hat an der Rückseite - zum Wald hin - jenseits des Zauns noch eine etwa dreieinhalb Meter hohe Mauer. Die Gebäude sind Steinbaracken, die ursprünglich zur Unterbringung von Fremdarbeitern errichtet wurden. (Keine 'Baracken', weil 1. unterkellert, 2. mehrgeschossig.) In einem langgestreckten Hauptgebäude befinden sich unten die Verwaltungsräume, die Schule, Arbeits- und Eßräume, oben die Gruppenwohnungen, bestehend aus Schlafräumen, Tagesräumen, Waschräumen, Bunker, Isolierzimmer. Ein zweites Haus wird als Waschhaus benutzt. Dort befindet sich auch an der Vorderseite das Pförtnerzimmer mit Telefonzentrale. Die Freiflächen sind mit Rasen und Blumenrabatten bestückt. Das Heim ist in der Regel mit 60-70 Mädchen belegt."
Regie: Eberhard Itzenplitz BRD 1970

Band 537: Film 2 NDR Mi, 16.10.2002 23:00 45/44 Min.
deutsch
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iFN: 2375
Thema: 1968
Andreas Baader - Der Staatsfeind
Dokumentation Menschen
Die Rote-Armee-Fraktion löste in den siebziger Jahren mit ihren Bombenanschlägen die bis dahin größte innenpolitische Krise in der Bundesrepublik aus. Der Staatsfeind Andreas Baader gehörte zu den meistgesuchten Terroristen in Deutschland. 1972 wurde Baader nach einer Schießerei verhaftet. Viele Mythen und Legenden ranken sich um den RAF-Terroristen, der sich 1977 im Stammheimer Gefängnis das Leben nahm.
Film von Klaus Stern
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"Andreas Baader - Der Staatsfeind" ist die erste biografische Dokumentation über Baader. Dabei richtet der Autor Klaus Stern den Fokus auf Baaders Zeit vor der Gründung der RAF und die Frühphase der Baader-Meinhof-Gruppe. Viele Zeitzeugen äußern sich erstmals vor der Kamera, so auch die Malerin Ello Michel, Mutter einer gemeinsamen Tochter mit Baader. Der Dokumentarfilmer Stern verarbeitet eine Fülle von bisher unbekanntem Film- und Fotomaterial, darunter Dokumente aus den Prozessakten von Stammheim. Die Beschreibungen von Baader haben eine erstaunliche Bandbreite: vom charismatischen Stadtguerillero über den cholerischen Psychopathen bis zum gemeinen Mörder.
Für seinen Film "Andreas Baader - Der Staatsfeind" erhielt Klaus Stern 2002 den Goldenen Schlüssel beim Dokumentarfilmfest in Kassel für die beste Nachwuchsarbeit. Ab 22.00 Uhr zeigt 3sat mit "Der Austausch" einen Film über die vergessene Entführung des Peter Lorenz von Klaus Stern und Klaus Salge.
(teilweise schwarzweiß)
Länge: 44 Minuten
D 2002

Band 537: Film 3 ARD ( NDR/WDR © ) Mi, 20.08.2003 23:00 90/89 Min.
iFN: 2798
Schleyer - Eine deutsche Geschichte
Dokumentation Menschen
Es war der spektakulärste politische Kriminalfall in der Geschichte der Bundesrepublik – die Entführung und Ermordung des Arbeitgeber-Präsidenten Hanns-Martin Schleyer. Doch die Ereignisse des „deutschen Herbstes“ 1977 haben die konkrete Biografie des Wirtschafts-Managers Schleyer verdunkelt. Forschungen zu seiner Karriere blieben lange Zeit tabu. In der öffentlichen Erinnerung dominieren bis heute die Videos aus Schleyers Gefangenschaft, die Stammheim-Szenerie und die Symbolik der „Rote Armee Fraktion“.
Dokumentation von Lutz Hachmeister
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Für seinen Film „Schleyer. Eine deutsche Geschichte“ über den Manager und „Wirtschaftsführer“, den die Presse gern als „Boss der Bosse“ titulierte, hat Lutz Hachmeister die Biografie Hanns-Martin Schleyers zum ersten Mal umfassend recherchiert. Schleyer, der Sohn eines konservativ-nationalgesinnten Richters aus Offenburg, zählte zu den jungen, radikalen NS-Studentenfunktionären im Heidelberg der 30er-Jahre. Im Prager „Centralverband der Industrie für Böhmen und Mähren“ erlernte er zu Beginn der 40er-Jahre die Techniken der Wirtschaftslenkung. Nach mehrjähriger Internierungshaft begann sein beruflicher Wiederaufstieg 1951 bei Daimler Benz.
Schleyer galt als „Scharfmacher“ in den legendären Tarifkämpfen der 60er-Jahre; der „Spiegel“ kennzeichnete ihn 1969 als den „Korporierten mit dem zerhackten Gesicht“. Mit dieser Biografie erschien der ehemalige SS-Untersturmführer den Kombattanten der „Roten Armee Fraktion“ (RAF) als „Magnet“ für eine Entführung, wie es später der RAF-Aktivist Stefan Wisniewski formulierte. Andererseits fand es der „stern“-Reporter Kai Hermann 1974 in einer Homestory schwer, Hanns-Martin Schleyer „nicht spontan sympathisch zu finden“: Er leugne nicht, beschönige nicht, entschuldige nicht: „Er hat ein ungebrochenes Verhältnis zu seiner Vergangenheit“.
In der Koproduktion von NDR und WDR beschreiben Familienangehörige und Wegbegleiter Schleyers wie Kurt Biedenkopf, Edzard Reuter und Eberhard von Brauchitsch seine Persönlichkeit. Zudem kommen Verhandlungspartner und Kritiker Schleyers wie Franz Steinkühler, Günter Wallraff und Kai Hermann zu Wort. Die ehemaligen RAF-Mitglieder Stefan Wisniewski und Christof Wackernagel äußern sich zu dem Bild, das sie sich von dem Manager und Verbandslenker gemacht hatten. Das ausführliche Portrait bietet aber, über die biografische Aufklärung hinaus, ein spannendes Zeitbild der Nachkriegs-Republik. Der Film zeichnet eine einzigartige deutsche Karriere nach und konfrontiert die Zuschauer auf ungewöhnliche Weise mit dem Panorama der deutschen Zeitgeschichte.
www.ndr.de/ndr/derndr/presse/pressemappen/20030820_schleyer
Buch und Regie: Lutz Hachmeister
Redaktion: Silvia Gutmann (NDR), Enno Hungerland (WDR)
Produzent: doc.station Hartmut Klenke, HMR Produktion Lutz Hachmeister
Regie: Lutz Hachmeister D 2003
Videobandbelegung Band 537 VHS-PAL/Secam
Filme |
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