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(3 Folgen)

Speer und Er

Doku-Drama
Status: 09.03.2006
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Das dreiteilige Filmprojekt über den deutschen Architekten, Rüstungsminister, Kriegsverbrecher, Spandauer Gefangenen und Bestsellerautor Albert Speer ist eine weit ausgreifende biografische Erzählung. In gegenseitiger Kontrastierung und Spiegelung von Fakten und Selbstäußerungen, von filmischer Rekonstruktion und Vergegenwärtigung wird auch und gerade die Seite Albert Speers und seiner Rolle im dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte angegangen, die nur mit Skrupeln darstellbar ist - Albert Speer, Heidelberger Bürgersohn, und Adolf Hitler, Protagonist einer verbrecherischen Weltsicht, treffen aufeinander und verlieren sich in einem wahnhaften Größenrausch. Es ist die Geschichte einer Männerfreundschaft, in der zwei sich begegnen, begeistern und aufschwingen zu einem Größenwahn jenseits der Normen von Kultur und Anstand - jenseits der Zivilisation. Diese Anmaßung hat Konsequenzen. Die Rückkehr aus dem blutigen Höhenrausch ist bitter und die Opfer geben keine Ruhe. Schuld und Sühne - das Thema deutscher Familien.
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Die drei Filme sind, in doppelter Hinsicht, ein Prozess - unter der Prämisse, so nüchtern wie möglich dem Nachlass der Täter wie auch der Opfer nachzuspüren. Die Kinder Albert Speers stellen sich diesem Prozess - stellvertretend für ihre Generation.
In zahlreichen erzählerischen und interpretierenden Anläufen - oft zweifelnd und argwöhnisch - speist sich das Filmprojekt aus den reichhaltigen Veröffentlichungen von Albert Speer. Schon in den letzten Kriegstagen lässt Speer entlastende Dokumente sichern, und nach 1945 schreibt er im Gefängnis biografische Entwürfe, immer wieder neue Berichte, Ausarbeitungen und verfasst schließlich - mit Hilfe der kongenialen Editoren Joachim Fest und Wolf Jobst Siedler - seine Erinnerungen und Tagebücher. Es schreibt sich ein Schuldiggewordener an seine Träume, Pläne und Taten heran - und dabei entsteht, Amnesie oder bewusstes Verschweigen, Legende oder Lüge, ein Albert Speer, den Millionen Leser für den wahrhaftigsten Zeugen der Nazi-Jahre halten, die zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im Jahr 1969 die meisten noch miterlebt haben und deren Ungeheuerlichkeit unter einer dünnen Lebens-Schicht dieser Bundesrepublik bis zur Kenntlichkeit verborgen ist.

Sebastian Koch Albert Speer
Tobias Moretti Adolf Hitler
Dagmar Manzel Margarete Speer
Susanne Schäfer Annemarie Kempf (Sekretärin von Albert Speer)
Axel Milberg Rudolf Wolters
André Hennicke Rudolf Hess
August Zirner Dr. Gustave M. Gilbert
Markus Boysen Baldur von Schirach
Peter Rühring Karl Dönitz
Michael Gwisdek Erich Raeder
Elert Bode Konstantin Freiherr von Neurath
Götz Burger Walter Funk
Erika Marozsán Marion Riesser (Geliebte und Sekretärin von Rudolf Wolters)
Eva Hassmann Eva Braun
Hannes Hellmann Hermann Göring

www.wdr.de/tv/speer_und_er/03DarstellerBesetzung13.phtml

www.wdr.de/tv/speer_und_er/index.phtml?flash=1
Besetzung:
www.wdr.de/tv/speer_und_er/03DarstellerBesetzung13.phtml

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Daten zu Beteiligten / Genannten:

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Film-Nr.
auf Band
1 Typ/Genre: Doku-Drama
Thema: 3. Reich

Germania - Der Wahn

1905 - 1945.
Die Geschichte des 'Dritten Reichs', beginnend an seinem Ende: Albert Speer sitzt in einer Nürnberger Gefängniszelle und wartet darauf, dass die Alliierten ihm den Prozess machen. In assoziativen Reminiszenzen zeigt Aufstieg und Fall des Architekten und Rüstungsministers Speer, der zu Hitlers Kriegsorganisator wurde und als Spitzentechnokrat die Dauer des Krieges wesentlich verlängerte. Die Geschichte des ‚Dritten Reichs', beginnend an seinem Ende: Albert Speer sitzt in einer Nürnberger Gefängniszelle und wartet darauf, dass die Alliierten ihm den Prozess machen.

Regie: Heinrich Breloer     D 2005 Zum Seitenanfang  Zum Seitenende ARD   Mo, 09.05.2005 20:15    90 Min.      iFN: 3434  

Film
2 Typ/Genre: Doku-Drama
Thema: Weltkrieg

Nürnberg - Der Prozess

1945 - 1946.
Im Zentrum steht der als Haupt-Kriegsverbrecher angeklagte Speer. Schon vor seinem Ende konnte, so zeigt sich, Speer über Hitler hinaus denken. Nun distanziert er sich erfolgreich vom Pöbel des 'Dritten Reichs', von der "Führer"-Clique, und gestaltet im Inneren und nach Außen ...

Regie: Heinrich Breloer     D 2005 Zum Seitenanfang  Zum Seitenende ARD   Mi, 11.05.2005 20:15    90 Min.      iFN: 3435  

Film
gewünscht

3 Typ/Genre: Doku-Drama

Spandau - Die Strafe

1946 - 1966.
Der dritte Teil konzentriert sich auf Speers 20 Jahre im Spandauer Gefängnis. Ein wilhelminischer Gebäudekomplex im Herzen Berlins, Hunderte von Zellen standen leer. Nur ein Flur war belebt - sieben Zellen waren besetzt von ehemaligen Nazi-Größen, die noch einmal die Intrigen des untergegangenen Reichs nacherleben lassen. Diese sieben Männer werden zu Nummern. Nr. 1: Baldur von Schirach, Reichsjugend“Führer“ und Gauleiter von Wien; Nr. 2: Karl Dönitz, Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und von Hitler zu seinem Nachfolger ernannt; Nr. 3: Konstantin Freiherr von Neurath, Reichsprotektor von Böhmen und Mähren; Nr. 4: Erich Raeder, Großadmiral; Nr. 5: Albert Speer; Nr. 6: Walter Funk, Reichsbankpräsident; Nr. 7: Rudolf Hess, bis 1941, vor seinem Flug nach England, Hitlers Stellvertreter. Die Kleidung kommt anfangs aus dem Fundus der Konzentrationslager.
Wir sehen Speer, wie er Techniken des Überlebens entwickelt und sich auf seine Rückkehr vorbereitet. Wir erleben ihn beim Umgestalten des Spandauer Gefängnisgartens, beim Verfertigen von Kassibern, mit denen er das Leben seiner sechs Kinder mit Hilfe seiner Frau Margarete aus der Haft steuern will. Das Land "da draußen" konstituiert sich als erfolgreicher Staat, eine soziale Marktwirtschaft, eine nach Westen orientierte Bundesrepublik, wobei die Kontinuität der handelnden Personen zu ihrer Rolle im ‚Dritten Reich' erfolgreich verdrängt wird. Das Bild einer neuen, hochmodernen Gesellschaft wird in seinen auftrumpfenden Bauten maßgeblich geprägt von Speers Architekten-Kollegen und Managern. Dieser einflussreiche Kreis wartet auf Speers Entlassung und spendet derweil jeden Monat Geldbeträge auf ein „Schulgeldkonto“, über das Speer aus der Zelle verfügen kann.

Regie: Heinrich Breloer     D 2005 Zum Seitenanfang  Zum Seitenende ARD   Do, 12.05.2005 20:15    90/90 Min.      iFN: 3436  

Band 1148 1
4 Typ/Genre: Dokumentation Menschen

Nachspiel - Die Täuschung

1966 - 1981.
Die begleitende Dokumentation erzählt die Lebensgeschichte Albert Speers dort weiter, wo das dreiteilige Die begleitende Dokumentation erzählt die Lebensgeschichte Albert Speers dort weiter, wo das dreiteilige Filmprojekt endet: am Gefängnistor von Spandau, dem Tag der Haftentlassung des Hauptkriegsverbrechers am 1. September 1966. In Gesprächen mit Speers Kindern, Biografen, Zeitzeugen und Historikern wird der Versuch unternommen, die Selbsttäuschung und Konstruktion von Lügen und Legenden Speers nachzuzeichnen. Wie war es möglich, dass einer der einflussreichsten Mittäter Hitlers mit einem Bestseller in der Bundesrepublik so viel freundliche Zuwendung, Aufmerksamkeit und Einfluss auf die Geschichtsschreibung gewinnen konnte?

Regie: Heinrich Breloer     D 2005 Zum Seitenanfang  Zum Seitenende ARD   Do, 12.05.2005 23:00    90/90 Min.      iFN: 3437  

Band 1148 2


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