Band 330: Film 1 Zähler: (1 - 2560) ARTE Sa, 01.04.2000 20:45 55 Min.
iFN: 677
Thema: Gerichtsmedizin
Tote sagen aus - Geschichte der Gerichtsmedizin (1)
Detektive mit dem Skalpell
Dokumentation
Mehrteiler: Tote sagen aus - Geschichte der Gerichtsmedizin (1/2)
Wer ist der Täter? Nur die Leiche kennt ihn. Gerichtsmediziner bringen sie zum Reden.
Film von Christian Feyerabend und Uwe Kersken
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Mitwirkende:
Kamera: Roland Breitschuh
Seit 700 Jahren gehen Gerichtsmediziner mit Skalpell und Knochensäge auf kriminalistische Spurensuche, seit dem Jahr 1302, als in Bologna schlagartig ein gewisser Azzolino starb und sein Leichnam sich rabenschwarz verfärbte. Um zu klären, ob Gift im Spiel war, brach der Medicus Varignana ein jahrtausendealtes Tabu: Er sezierte den "schwarzen Azzolino" und klärte den Fall auf. Es ist die erste dokumentierte Leichenöffnung unserer Zeit. Immer waren die Meilensteine der Gerichtsmedizin mit berühmten Kriminalfällen verbunden, die in dem ZDF-Zweiteiler "Tote sagen aus" in ihren Grundzügen nacherzählt werden. So der Fall der 15-jährigen Anna Voigt. 1681 wurde sie des Kindesmordes angeklagt. Folter und Hinrichtung waren ihr gewiss, wäre da nicht der Gerichtsarzt Schreyer gewesen. Er entnahm erstmals einem toten Kind die Lunge und legte sie auf Wasser. Sie ging unter. Bis heute Beweis für eine Totgeburt. Anna Voigt wurde freigesprochen. Die Obduktionsprotokolle in der Sensengasse 2 sind Tagebücher Wiener Mord- und Gewalttaten, voller Schrecken, Brutalität und Grausamkeit. Die Gerichtsmediziner sehen bei ihrer Arbeit, zu was Menschen fähig sind: Prof. Reiter wird bei einer Obduktion beobachtet und erzählt aus der Geschichte des ältesten gerichtsmedizinischen Instituts der Welt, das 1804 gegründet wurde. Nicht immer sind die Fälle nur mit dem Skalpell aufzuklären. So bei einem eigentlich perfekten Giftmord im Chateau Bitrement. Doch dem Gerichtsarzt Stas gelang es 1850 als Erstem, mit chemischen Analyseverfahren Pflanzengift im Körper nachzuweisen und den Täter zu überführen. Für die aufwendige Dokumentation wurde in sechs europäischen Ländern in bedeutenden Institutionen gefilmt. Gezeigt werden historische und moderne Verfahren der Gerichtsmedizin. Dem ZDF wurden exklusive und einmalige Einblicke in den dunklen Kosmos des Verbrechens und der Gerichtsmedizin gestattet.

Band 330: Film 2 ARTE Sa, 08.04.2000 20:45 55 Min.
iFN: 760
Thema: Gerichtsmedizin
Tote sagen aus - Geschichte der Gerichtsmedizin (2)
Blut, Knochen, Gene
Dokumentation
Mehrteiler: Tote sagen aus - Geschichte der Gerichtsmedizin (2/2)
Die Geschichte der Gerichtsmedizin
Untersuchungen bei Scotland Yard
Film von Christian Feyerabend und Uwe Kersken
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Kamera: Roland Breitschuh
Im Wettlauf mit dem Verbrechen fanden Gerichtsmediziner neue Verfahren. Aus Knochen und Schädeln identifizierten sie das Opfer, aus Fingerabdrücken, Blut und Sperma entschlüsselten sie die Identität des Täters. Die Gerichtsmedizin entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer modernen Laborwissenschaft. Spektakuläre Kriminalfälle machten die neuen Verfahren bekannt: So die Affaire Gouffé. Dem Gerichtsmediziner Lacassagne gelang, was zuvor noch nie gelungen war. Er entlockte bleichen Knochen, die man am Ufer der Rhône gefunden hatte, Name und Adresse: Alphonse Gouffé hieß der Mann, ein Liebhaber von "Mädchen mit geringer Tugend". Eine packte aus. Der Mord im Pariser Hurenmilieu beschäftigte nicht nur die Fantasie der Zeitgenossen, er wurde zu einem Meilenstein der Kriminalanthropologie. Ein Raubmord in London führte 1905 erstmals zur Anerkennung des Fingerabdruckes als Beweismittel vor Gericht. Neben dem erschlagenen Ladeninhaber hatte man eine leere Geldkassette mit einem Daumenabdruck gefunden, dem des Mörders. Scotland Yard identifizierte ihn, er endete am Strang. Heute überführen die weltberühmten Spezialisten von Scotland Yard allein in London jährlich 9000 Täter anhand ihrer Fingerabdrücke. Auch das Blut ist eine verräterische Spur zum Täter. Das Gutachten der Gerichtsmediziner ergab: "Bei den Spuren auf den Schuhen handelt es sich um Menschenblut der Gruppe A." Die Sensation war perfekt. Hatte der Gladbecker Abiturient seinem Freund aus Eifersucht die Kehle durchgeschnitten und ihn entmannt? Der Fall von 1928 ist ein Meilenstein der Blutspurenkunde; die Tatortfotos des "Gladbecker Lustmordes" werden zum ersten Mal gezeigt. 1986 erschütterte die grausame Vergewaltigung und Tötung zweier Schulmädchen ganz England. Wenige Kilometer vom Tatort entfernt war gerade ein junger Professor auf den genetischen Fingerabdruck gestoßen: Sir Alec Jeffreys. Er erzählt von seiner Entdeckung und dem Enderby murder case, dem bedeutendsten Kriminalfall des letzten Jahrhunderts. Seitdem ist die DNS-Analyse die Wunderwaffe der Gerichtsmedizin. Seit nun 700 Jahren entlasten Gerichtsmediziner Unschuldige und überführen Täter. Sie sind "Anwälte der Toten", mit ihrer Arbeit erweisen sie ihnen einen letzten Dienst. Ungeschehen machen sie keine Tat, aber viele Fälle können sie mit Skalpell, Knochensäge und neuen Laborverfahren aufklären, manch grausame Tat gar verhindern.

Band 330: Film 5 3sat ( ARD/SWR © ) So, 09.05.2004 18:00 30/28 Min.
iFN: 3080
Thema: Kriminalistik
Die Knochendetektive
Skelettforscher auf Verbrecherjagd
Dokumentation Wissenschaft
Der Mann im Stadtwald von Reutlingen war schon sehr lange tot, als er entdeckt wurde. So lange, dass außer Knochen und ein paar Stoffresten nichts mehr übrig war. Ein schwieriger Fall für die Polizei. Mit herkömmlichen kriminalistischen Methoden ist so ein Fall kaum zu lösen. In dieser Situation wenden sich die Beamten immer häufiger an Experten, die ihre Kenntnisse in der Altertumsforschung erworben haben: Anthropologen helfen, Verbrechen aufzuklären.
Film von Tamara Spitzing
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(Erstsendung: 29.3.2003)
Videobandbelegung Band 330 VHS-PAL/Secam
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