Person: | Hanna Schygulla |
Stand: 15.03.2001 |
Rainer Werner Fassbinder machte sie zum Star: Hanna Schygulla
1945 zieht Hanna Schygulla, später eine der Vorzeigefrauen des deutschen Kinos der 60er und 70er Jahre, mit ihrer Mutter nach München. 1948 kehrt der Vater aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Sie geht nach dem Abitur für ein Jahr als Au-pair-Mädchen nach Paris.
1964 beginnt sie in München ein Studium der Germanistik und Romanistik, daneben nimmt sie Schauspielunterricht. Durch Rainer Werner Fassbinder kommt sie zum action-theater, gehört später zum Stamm des antiteaters, das sie 1968 gemeinsam mit Fassbinder, Peer Raben und anderen gründet. Bis 1969 spielt sie in zahlreichen Fassbinder-Inszenierungen, später in insgesamt 14 Filmen und zwei Fernsehserien des Regisseurs.
Ihre erste Filmrolle spielt sie in Jean-Marie Straubs Kurzfilm "Der Bräutigam, die Komödiantin und der Zuhälter" (1968), dann folgen Peter Fleischmanns "Jagdszenen aus Niederbayern" (1969) und Fassbinders "Liebe ist kälter als der Tod" (1969).
1970 erhält sie den Bundesfilmpreis als vielversprechende Nachwuchsdarstellerin. Als Rainer Werner Fassbinder, bei dem sie bis 1972 mit einer Ausnahme in allen Filmen spielt, sie in der Fernsehserie "Acht Stunden sind ein Tag" (1972/73) besetzt, wird Hanna Schygulle einem breiten Publikum bekannt. Mit ihrem größten Kinoerfolg "Fontane Effi Briest", der auch für Fassbinder der erste erfolgreiche Kinofilm ist, beenden die beiden ihre gemeinsame Arbeit.
Bis zur Versöhnung 1978 spielt Hanna in zahlreichen Filmen anderer bekannter Regisseure: Vojtech Jasnys "Ansichten eines Clowns" (1975) nach Heinrich Böll, Wim Wenders "Falsche Bewegung" (1974/75), Andrzej Wajdas "Die Dämonen" (1975/76). Als Hanna 1978 in dem Nachkriegsmelodram "Die Ehe der Maria Braun" spielt, erhält sie den Bundesfilmpreis und einen Silbernen Bär in Berlin. Der Film sorgt - wie auch die ein Jahr später entstandene "Lili Marleen" - für eine internationale Beachtung der Schauspielerin.
Ihre darstellerische Präsenz ist um so beachtlicher, als sie nichts Starhaftes an sich hat. Sie vermeidet - darin dem Stil des frühen Fassbinder verpflichtet - das Ausspielen von Emotionen, eher neigt sie zu übertriebenem Understatement. Dank dieser Besonderheit gelingt es ihr, selbst in extrem stilisierten Filmen wie "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" (1972) und "Fontane - Effi Briest" (1974) als der einzig natürlich empfindende, normalen Emotionen zugängliche Mensch zu erscheinen.
Durch das Understatement entsteht allerdings die Gefahr, ein Klischee ihrer selbst zu liefern wie etwa in "Lili Marleen" (1980), "Falsche Bewegung" von Wim Wenders, Volker Schlöndorffs "Die Fälschung" (1981), Margarethe von Trottas "Heller Wahn" (1983). Jean-Luc Godard bedient sich dieser Eigenschaft in "Passion" (1982) auf beinahe ironische Weise.
Hanna Schygulla lebt heute in Paris, gibt Liederabende an verschiedenen europäischen Theatern und singt Chansons nach Kompositionen von Jean-Marie Sénia. 1984/85 sahen sie Fernsehzuschauer neben Maximilian Schell als Katharina in Mervin Chomskis "Peter der Große". Hanna Schygulla äußert sich wenig schmeichelhaft über die Arbeit, lobt aber den Kameramann Vittorio Storaro.
"Ihm ist zu verdanken, daß die Serie vom Bild her einiges bringt. Storaro hat sich von Gemälden aus der Zeit anregen lassen. Vor allem die Lichtführung ist hervorragend - wie in Bernardo Bertoluccis "Der letzte Tango in Paris". Was die Regie anbelangt, musste ich mich anfangs sehr mühsam an das kurze Timing gewöhnen. Wenn ich daran denke wie Rainer Werner bei "Berlin Alexanderplatz" gearbeitet hat!
Obwohl sehr deutsch, erhält sie in den 80er Jahren weitere Angebote aus dem Ausland. Nach Godards "Passion" spielt sie bei Ettore Scola in "Flucht nach Varennes", bei Carlos Saura in "Antonietta", bei, Marco Ferreri in "Die Geschichte der Piera" (1982/83) und "Die Zukunft heißt Frau" (1984) und Andrej Wajdas "Eine Liebe in Deutschland" (1983), "Der sommer mit Frau Forbes" (1988) von Jaime Humberto Hermosillo, Kenneth Branaghs "Schatten der Vergangenheit" (1991), 1994 Agnés Vardas "Hundert und eine Nacht". Für die "Geschichte der Piera" von Ferreri erhält sie 1983 in Cannes den Darstellerpreis. Zuletzt sah man sie in "The Sunset Boys" (1995/96) und "Lea" (1996).
www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=hanna_schygulla
Aufnahme: | Fr, 14.06.2002 22:30 3sat 85 Min. |
Träger: | Videoband 758 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD 1969 |
Typ/Genre: | Drama |
Ein Ausländer trifft auf eine Gruppe junger Vorortbewohner. Die Mädchen finden ihn sympathisch, die Männer wollen ihn loswerden. Sie schlagen ihn zusammen. - Das kühle Milieudrama machte Rainer Werner Fassbinder bekannt.
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Aufnahme: | Fr, 10.11.2000 22:25 ARTE ( ZDF © ) 90 Min. |
Träger: | Videoband 430 |
Regie: | Rosa von Praunheim D 2000 |
Typ/Genre: | Hommage |
Frauen spielten im Leben von Rainer Werner Fassbinder eine große Rolle. Mit viel Einfühlungsvermögen schrieb und inszenierte er für sie Theater- und Kinorollen, die aus der deutschen Filmgeschichte nicht mehr wegzudenken sind.
Dokumentarfilm von Rosa von Praunheim |
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Aufnahme: | Mi, 14.03.2001 22:25 3sat 85 Min. |
Träger: | Videoband 502 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD 1972 |
Typ/Genre: | Tragikomödie |
Porträt eines Ex-Leginärs, der mit seinem Leben nicht fertig wird.
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Aufnahme: | Sa, 06.08.2005 14:00 ARTE ( ZDF © ) 45/44 Min. |
Träger: | Videoband 1161 |
Regie: | Frank Eggers D 2004 |
Typ/Genre: | Porträt |
Hanna Schygulla zählt zu den großen Stars des deutschen Nachkriegskinos. Ihre langjährige Zusammenarbeit mit Rainer Werner Fassbinder machte sie einem internationalen Publikum bekannt. Heute tourt sie erfolgreich mit Soloprogrammen - wie den "Traumprotokollen" - durch Europa. Aufgewachsen ist "die" Schygulla in München; seit vielen Jahren lebt sie in Paris. In "Mein Leben" gewährt sie Einblick in ihr gegenwärtiges Leben und erinnert sich an eine Karriere, die schicksalhaft verbunden bleibt mit der Person Fassbinders.
Regie: Frank Eggers |
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Aufnahme: | Fr, 20.07.2001 01:15 ARTE 95 Min. |
Träger: | Videoband 288 |
Regie: | Ivan Fila D 1996 |
Typ/Genre: | Liebesdrama |
"Lea" erzählt die Liebesgeschichte zwischen zwei Sonderlingen: Lea Gahut (21), einem sprachgestörten Mädchen aus einem ostslowakischen Dorf, und Herbert Strehlow (51), einem Möbelrestaurator, der geschieden auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald lebt.
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Aufnahme: | Mo, 10.06.2002 23:05 3sat 85 Min. |
Träger: | Videoband 758 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD 1969 |
Typ/Genre: | Drama |
Der Zuhälter Franz liebt den schönen Bruno, der für das Syndikat Morde begeht. Vor ihrem großen Coup verrät Franz' Freundin sie an die Polizei. - Eigenwilliger Debüt-Spielfilm von Rainer Werner Fassbinder.
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Aufnahme: | ARTE 120 Min. |
Träger: | Videoband 101 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD/IT 1980 |
Thema: | 3. Reich |
Typ/Genre: | Melodram |
Eine Sängerin zwischen den Fronten des Zweiten Weltkrieges
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Aufnahme: | Fr, 21.06.2002 00:55 ARD 100 Min. |
Träger: | Videoband 764 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD 1971 |
Ein Filmteam, dem langsam das Geld ausgeht, wartet in einem spanischen Luxushotel auf den längst überfälligen Regisseur. Die von Neid, Hass, Konkurrenzängsten und unerfüllten Sehnsüchten geprägte Stimmung entlädt sich immer wieder in schmerzlichen Auseinandersetzungen. Mit dem Eintreffen des Regisseurs spitzt die verfahrene Situation sich zu. Fassbinders zehnter Film ist eine virtuose Selbstbespiegelung seines eigenen künstlerischen Entwicklungsprozesses: Das Scheitern des auf seine Initiative hin gegründeten "antiteaters".
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Aufnahme: | Mo, 13.11.2000 22:40 ARTE 85 Min. |
Träger: | Videoband 400 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD 1969 |
Typ/Genre: | Drama |
Herr R. ist ein deutscher Durchschnittsbürger mit einer Durchschnittsfrau und einem Durchschnittskind, einem gewöhnlichen Haus und gewöhnlichen Nachbarn und einer x-beliebigen Stellung in einer x-beliebigen Firma. Nach außen hin ist Herr Raab ein verantwortungsbewusster Ehemann und Vater, ein solidarischer Kollege und hilfsbereiter Nachbar. Doch hinter der wohlgeordneten Fassade ist das Leben von Herrn Raab trostlos. Die tagaus tagein erlittenen Demütigungen und angestauten Aggressionen verwandeln sich in Hassgefühle und entladen sich eines Tages in einem brutalen Mord an Frau und Kind sowie der Nachbarin. Am nächsten Tag begeht Herr Raab in seiner Firma Selbstmord. Niemand ist in der Lage, seine Motive nachzuvollziehen.
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Aufnahme: | Mo, 30.10.2000 20:45 ARTE 115 Min. |
Träger: | Videoband 426 |
Regie: | Rainer Werner Fassbinder BRD 1978 |
Serie: | Reihe: Wirtschaftswunder-Trilogie (1/3) |
Typ/Genre: | Drama |
Mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs - das Standesamt wird gerade von einer Bombe getroffen - heiraten Maria und Hermann Braun. Am nächsten Tag schon muss Hermann wieder an die Front. 1945 dann liegt Deutschland in Trümmern. Wie andere Frauen sucht auch Maria Braun nach ihrem im Krieg vermissten Ehemann.
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Hanna Schygulla
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